Ausstellungen

Ellen Heuck – Zeichnung / Malerei und Marion Walther – Keramikobjekte;

Ausstellung vom 04.08.2011–01.10.2011
Eröffnung: 04.08.2011, 19 Uhr im Schloss Dryburg, Bad Langensalza

Ein einziges formales Mittel ist es, das man als Berührungspunkt im Schaffen beider Künstlerinnen benennen könnte: die Linie. Ansonsten bearbeiten beide ganz unterschiedliche bildkünstlerische Gebiete, und das auf die ihnen jeweils sehr eigene und typische Art und Weise. Viele Bildformen bei Ellen Heuck erinnern uns an Bekanntes, so ähnlich schon Gesehenes: hier ein Blütenkopf oder ein Insektenflügel, da ein verdorrter Zweig oder ein fliehender Vogel. Und doch sind es abstrahierte und sinnträchtige Verwandlungen von Naturformen, die uns da begegnen. Denn: Alle Kunst ist symbolische Verwandlung der Welt. Die Frottagen leben von kraftvollen Texturen und Strukturen, die an übereinandergelegte Linienbündel erinnern und in ihrer Präsentation etwas Dreidimensionales haben, die Malereien leben besonders von der Linie und differenzierten
Farbschichtungen. Poetische Bildtitel geleiten uns in eine Vorstellungswelt, getragen von Stimmungen und Ahnungen. Bei Marion Walther hat die Linie eine ganz andere Funktion: Sie dient, zusammen mit Struktur und Farbe, zur Verdichtung des Tons oder des Porzellans. Diese beiden einander eigentlich fremden Materialien sind es, die die Künstlerin seit ungefähr einem Jahr besonders beschäftigen in ihrer Arbeit. Im Experiment erkundet M. Walther technische und gestalterische Möglichkeiten der Symbiose dieser unterschiedlichen Werkmassen. Dabei arbeitet Marion Walther in letzter Zeit mehr mit dunklen, erdhaften Farbtönen, um die Eigenarten und Strukturen beider Materialien im Kontrast zu betonen.
Juliane Döbel